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Leseprobe Reporter Die Formatierung entspricht nicht dem Original. Durch verschieden verwendete Schriftarten kann es je nach Browsereinstellung zu Fehlformatierungen kommen. So,
da wären wir, jetzt nur noch ein Parkplatz. Ah, da fährt gerade einer
weg. Glück muss man haben. Die Gegend ist eigentlich stinknormal, was
hier so ein Geschäft zu suchen hat? Nummer 133, 135. Hm? Nur ein
normales Stahltor? Die Firma stimmt aber. Hui,
das geht aber gleich zur Sache. Anzüge in jeder Variation. Hier die
diversen Oberteile und Hosen. Schon ein Unterschied die Sachen nicht nur
im Heft zu sehen. Ach du lieber Himmel, da oben stehen die ganzen
Masken. Wie ein Lagerschuppen, nur etwas edler. Die Magazine kenne ich
schon - alle? Da sind doch glatt noch ein paar die mir fehlen. Nachher.
Ob das der Chef ist? Allerhand was sich hinter einer solchen Fassade
verbergen kann. Und da geht es wahrscheinlich ins Heiligtum. Was das
Herz begehrt - in allen Variationen. Na das ist ein Unterschied zu dem
vorigen Laden. War das die Tür? Neugierig schleiche ich durch die Regale. Der Typ beachtet mich überhaupt nicht, scheint wohl so üblich zu sein. Stöckel von Damenschuhen klapperten über den betonierten Eingang. Ich war wie elektrisiert. Und erst recht als ich sie sah. In den Schuhen fast einsachtzig groß. Tolle Figur. Ich wollte mich schon kneifen, war das die Inspiration die ich heute morgen erhofft hatte? Das Kleid war nicht braun, sondern blau und einen Pferdeschwanz trug sie auch nicht, aber sonst stimmte alles. Der elegante Schal um den Kopf geschlungen, unter dem kleine Haarsträhnchen die Ohren umspielten, sogar der Ohrring entsprach meinen Vorstellungen. „Entschuldigen
sie bitte...“ wandte sie sich an den Mann an der Kasse. „Haben
sie Ähnliches auf Lager?“ Dummerweise konnte ich nicht sehen was
sie ihm zeigte. „Selbstverständlich,
in der gleichen Größe?“ „Nein
alle möglichen Größen, ich bräuchte mehrere." „Kommen
Sie bitte mit.“ Es
machte mich fast krank, dass ich nicht sehen konnte was dieses tolle
Weib kaufte. Es konnte nur eines dieser speziellen Artikel sein, die
hier zu Hunderten herum lagen. Und das war eindeutig. Sie verschwanden
im Nebenraum. Ich sah zu, dass ich mich in der Nähe der Kasse aufhielt
und kam mir vor wie ein Spanner. Ich wählte sie Magazine aus und legte
sie auf den Tresen, zählte die Scheine ab, um nur keine Zeit zu
verlieren. Mir war klar, dass ich dieser Frau folgen musste. Schlagartig
fühlte ich mich in die Rolle eines Detektivs versetzt, der zu jedem
Reporter gehört. Alle meine Probleme waren verschwunden, jetzt ging es
nur noch darum eine gute Story zu bekommen. Ich
war enttäuscht, dass sie mit einer großen Kiste zurückkamen und ich
nicht sehen konnte, was
darin war. Sie zahlte Vierhundertachtzig Mark,
per Karte. Und bedankte sich bei dem Inhaber. Ich legte mein Geld
hin und folgte ihr. „Hallo,
Sie bekommen noch 10 Mark.“ „Stimmt
so, danke!“ rief ich und ging meiner Inspiration hinter her. Es
war mir egal was der Typ dachte. Sie hatte auf der gegenüberliegenden
Seite geparkt. Ihr BMW-Cabrio hatte fast die gleiche Farbe wie das
Kleid. Hektisch wendete ich in der schmalen Straße und erreichte gerade
noch die Gelbphase als sie an der nächsten Ampel abbog. Ich wäre auch
bei rot darüber gefahren. Immer drauf bedacht sie nicht aus den Augen
zu verlieren folgte ich ihr durch die ganze Stadt, bis sie in eine
Auffahrt von einem Grundstück in den ruhigeren Außenbezirken fuhr. Ich
hielt an und wartete bis sie den Wagen verschlossen und zur Haustür
hinauf ging. Zehn Minuten ließ ich vergehen und schlenderte wie zufällig
an dem Haus vorbei. T. Harms stand auf dem Klingelschild. Bei Tage war
nichts hinter den Scheiben zu erkennen, also beschloss ich nachts wieder
zu kommen, vielleicht konnte ich etwas sehen, das mich weiter brachte.
Diese Frau war nicht zum ersten Mal in dem Geschäft gewesen. Dazu war
sie zu zielstrebig vorgegangen, sie hatte sich auch nicht sonderlich für
das was sich darin befand interessiert, so als kenne sie schon alles,
oder redete ich mir das jetzt nur ein? Auf jeden Fall hatte ich mir
jetzt einen Drink verdient. ---------- Ich
bin vollkommen erregt, die Spannung bringt mich noch um, entweder ich
bin morgen alleine hier oder wir gehen einer gemeinsamen Zeit entgegen,
ohne das was uns dauernd getrennt hat. Wie lege ich nur alles hin? Vielleicht den Body so, und die Handschuhe darüber. Ich hoffe es passt ihr alles, auch die Stiefel, ob sie ihr gefallen? Sagte sie nicht einmal, sie würde alles für mich tun - jetzt, heute Abend konnte sie es beweisen. Zwei Stunden noch, ob ich zuerst das Essen bereite und erst danach...? ---------- Tom war noch nicht Zuhause. Also war es ihr Spiel, das er spielen musste. Sie ging in sein Schlafzimmer und nahm die Kiste mit. Aus dem Schrank holte sie das vorbereitete Laken und versah es mit den eingekauften Sachen. Alles passte perfekt. Nun noch das Spray und ihre Vorstellungen waren erfüllt. Genau so sollte es sein. Sie ging nach oben und ließ das Kleid von sich fallen, die Pumps wie üblich im Zimmer verstreut, auf dem Weg zum Bad. Sorgfältig wischte sie die Tageschminke ab und zog nur den Lidstrich sauber nach. Die Haare bürstete sie gründlich und fasste sie dann mit einem Band zu einem Dutt zusammen. Ihr Gesicht wirkte strenger. Sie spielte mehrere Mimen durch und entspannte sich dann. Aus dem Schrank fischte sie einen schwarzen Lycrabody der hochglänzend war und streifte ihn sich über. Er umhüllte sie vollständig und ließ nur den Kopf und die Hände frei. Wie üblich ging sie nach unten um sich einen Tee zu bereiten. ---------- Sylvie
war gerade dabei sich in ihrem Outfit zurecht zu legen, als das
Telephon klingelte. Sie hörte der Stimme zu. "Okay, aber für jede viertel Stunde die du später kommst, werde ich mir etwas besonderes einfallen lassen. "Beschwere dich also nicht." Simon wusste was das zu bedeuten hatte und obwohl er Sylvie Überraschungen genoss, legte er nicht unbedingt Wert darauf, dass sie sich darüber hinaus noch Feinheiten überlegte. Aber er hatte keine Chance gehabt. Einer der Freunde hatte heute Geburtstag und das hatte er vollkommen vergessen, so dass er doch noch wenigstens ein paar Minuten zu dem Treffen gehen wollte. ---------- So
ein Mist, wieder etwas zu viel. Irgendwann erwischen Sie mich noch. Wo
war das gleich? Ja - da vorne ist es. Von dieser Seite habe ich die
meisten Fenster im Visier. Ein Glück, dass Peter mir sein Nachtglas
geliehen hat. Alles noch dunkel, nein oben brennt ein Licht. Hm, kaum
was zu sehen, nichts bewegt sich. Wirklich wie ein Spanner, dachte ich.
Hoffentlich achtet keiner aus der Nachbarschaft darauf und ruft die
Polizei. Glücklicherweise hatte ich an Zigaretten gedacht, wer weiß
wie lang die Nacht wird. Ich kam mir vor wie früher, als wir von der
Redaktion die idiotischen Aufträge bekamen irgendwelche Prominente
auszuspähen um das Sommerloch zu füllen. Nur heute machte es mir mehr
Spaß. Ich verspürte einen Reiz an dem Thema und das war mir schon
lange nicht passiert. Das Radio dudelte vor sich hin, als plötzlich ein
anderer Wagen auf das Grundstück fuhr. Ich drückte die Zigarette aus
und setzte mein Glas an. Ein gut gebauter mittelgroßer Mann in einem
vornehmen Anzug stieg die Treppe empor. Das Glas war wirklich super. Er
war etwa Mitte vierzig und sah ganz gut aus. Kurzer Bart und kurze
Haare. Nach ein paar Minuten wurde mir klar, dass ich auf der falschen
Seite des Hauses wartete zumindest vorerst, denn nichts tat sich auf
dieser. Kein Licht. Ich lehnte mich entspannt zurück. Manchmal war es
gut warten zu können. ---------- Liebe
Alexandra, das,
was heute Abend geschieht, ist sehr wichtig für mich und es entscheidet
unsere Beziehung. Bitte, bitte nimm es mir nicht übel, dass ich es auf
diese Weise tue. Ich weiß es ist nicht der beste Weg, aber der einzige
der mir noch einfällt. Du glaubst gar nicht wie oft ich angesetzt habe
es dir zu erzählen, aber jedes Mal hat mich der Mut verlassen. Denk
bitte immer daran ich liebe dich über alles, aber gleichzeitig habe ich
eine Neigung die mich zerfrisst, wenn ich sie nicht ausleben kann und
ich will sie nur mit dir teilen. Wenn
du mich auch liebst, dann gehe bitte ins Wohnzimmer und ziehe dir die
Sachen an, die ich für dich gerichtet habe. Ich erwarte dich im
Schlafzimmer. Wenn das nur nicht schief geht? Hoffentlich habe ich mir die Bänder nicht zu fest angezogen. Sie drücken schon jetzt zu sehr. Wenn ihr jetzt etwas passiert ist, bin ich dumm daran. Ob ich nicht noch ein bisschen hätte warten sollen? Aber dann hätte ich es mir vielleicht anders überlegt und das kann ich jetzt glücklicherweise nicht mehr. Ob es ihr Wagen ist? ---------- „Oho, Madame hat sich fein gemacht“, begrüßte Tom Diana. Er küsste sie leidenschaftlich. „Ein Glas Wein zur Einstimmung?“ Da sagte Tom nicht nein. „Lass mich bitte erst die Sachen ablegen?“ „Kommt nicht in Frage, dein Zimmer ist reserviert.“ Sie wusste wie Tom Überraschungen dieser Art liebte und aalte sich in der Vorfreude was sie ihm schenken würde. Er saß ihr gegenüber und sie spürte wie sein Verlangen nach ihr wuchs. Sie kannte die Wirkung ihres Anzugs und bewegte sich bewusst um ihn zu reizen. Es war immer ihr Spiel alles hinauszuzögern, bis er nicht mehr an sich halten konnte. Provozierend stand sie auf. „Eine
Kleinigkeit als Vorspeise?“ und zauberte aus dem Kühlschrank einen
Teller mit Häppchen, die sie vorhin gerichtet hatte. „Und während du
sie verdrückst ziehe ich mich um, ich rufe, wenn ich fertig bin.“ Und
ließ ihn allein. ---------- Das
Licht oben ging an. Ich nahm das Glas und stellte scharf. Hui, das ist
ein Anblick, die Lady in schwarz. Ich war völlig aus dem Häuschen.
Durch meine etwas erhöhte Position konnte ich sie bis zu ihrem
Unterleib erkennen. Ihr Körper war völlig in glänzendes schwarzes
Material gehüllt. Die Figur war noch besser als ich vorher gedacht
hatte. Doch was jetzt, sie zog den scharfen Anzug aus und ging zum
Schrank. Dort war es zu dunkel ich konnte nur schemenhaft sehen was sie
tat. Es waren Bewegungen, als ob sie sich wieder anzog. Als sie wieder
in das Licht trat meinte ich mein Atem müsse stocken. Sie trug wieder
so einen Anzug, doch dieses Mal war auch ihr Kopf vollkommen umhüllt.
Sie ging aus dem Licht, kehrte zurück mit etwas in der Hand und löschte
das Licht. In
freudiger Erwartung konzentrierte ich mich auf die unteren Fenster und
tatsächlich ging das Licht in den zwei ersten Fenstern an, die Gestalt
eines Mannes erschien und ...?! Er zog die Vorhänge zu. Ich wartete
noch zehn Minuten und fuhr missmutig heim, aber eigentlich konnte ich
mich nicht beklagen - ich war auf der richtigen Fährte und dieser
Erfolg war doch schon mehr als ich zu hoffen gewagt hätte. ---------- Ich
steige ins Auto, fahre zur Tankstelle und besorge vier Biere. Während
der Fahrt schrei’ ich das Lied ‘Titt’s an ass“ raus. Zuhause fall ich auf das Sofa, trink ein Bier und fang an zu denken: ’Hey, weißt du eigentlich, auf was du dich da eingelassen hast? Sagst du dämliche Kuh einfach ‘JA’. Man bist du locker! Tja ist jetzt alles zu spät. Tiefer fallen kann man nicht mir. Jetzt bist du unten angelangt. Bei der derbsten und widerwärtigsten Sorte von Sex die es überhaupt gibt. Lässt dich einfach auf wildfremde Menschen ein. Pervers. DU bist richtig pervers, oh Mädchen!’ Ich
schaue mir meine Titten im Spiegel an. Nun! Wenn etwas an mir gelungen
ist, dann sind es die beiden Süßen. Kann man doch herzeigen. Ich frag
mich, warum ich mir so ins Hemd mache? Aber für meine Begriffe sehen
sie zu ästhetisch aus. Warum suchen die sich keine mit ‘nem
Atombusen? Das passt mir nicht so richtig ins Bild. Verstehe ich nicht. Um
mich einzustimmen auf meine ersten Aktphotos, sage ich immer wieder zu
mir: ‘Titten sind Füße! Titten sind Füße! Genau dasselbe! Hab ich
im Prinzip doch Recht, oder? Titten sind Füße! Na also, so fängt es
an! Ich glaub ich spinne!’ ---------- In
der Phase als sie zur Frau wurde, stellte sie fest, dass sie anders
reagierte, wenn Jungs Regenbekleidung trugen. Da sie das selbst nicht für
normal hielt wunderte sie sich und musste dabei feststellen, dass es ihr
ähnlich ging, wenn sie jemand mit
Gummihandschuhen sah. Auch die damals üblichen glatten weißen
Bademützen im Schwimmbad erregten sie, wenn sie eine überzog und das
Kinnband schloss. Das Gefühl war nicht einzuordnen, dass es sexueller
Natur war wurde nicht klar. Sie legte sich ein
kleines Lager solcher Utensilien an und zog sie nachts heimlich
über, wohl sich dessen bewusst, dass man ihr peinliche Fragen stellen würde,
wenn sie entdeckt werden würde und doch machte sie es. Es kam zu Berührungen
mit ihrem Körper und sie
bemerkte den Zusammenhang, war sich aber nicht bewusst wieso. Das Gefühl
war positiv und das genügte. Wie jeder Fetischist, der in diese Lage
kam, war es ihr nicht klar, dass es auch andere Menschen gab, welche die
gleichen Wünsche und Empfindungen hatten. Sie glaubte, dass nur sie
allein diese Neigung hätte und behütete sie wie ein Geheimnis, ihr
Geheimnis. Mit
den Jahren wurden die Phantasien wilder und nachdem sie einen
Taucherfilm gesehen hatte, in dem die Taucher die alten glatten
Neoprenanzüge trugen war ihr klar was sie wollte, sie wollte eine Umhüllung
ganz aus Gummi. Ihr Faible für Taucher wuchs und gleichzeitig auch der
Wunsch sich in dieser Situation zu befinden. Gleichzeitig war sie
frustriert, weil sie keine Möglichkeit sah zu solch einem Anzug zu
kommen, denn er sollte aus Gummi sein und nicht aus Neopren. Sie
phantasierte in ihren Träumen die verrücktesten Sachen, oftmals ausgelöst
durch Science-Fiction-Filme in denen die Akteure glänzende Anzüge
trugen. Dann
passierte das unglaubliche. Sie sah ein Inserat in einer Zeitung in dem
Gummi- und Lederanzüge angeboten wurden. Sie bestellte sich Kataloge
und die Sache entwickelte sich weiter. Die wichtigste Erfahrung war nun
jedoch, dass sie nicht allein war, dass es auch andere Menschen gab die
es völlig normal fanden sich in Gummianzüge zu zwängen um mit ihrem
Partner ins Bett zu gehen. Die leichte Psychose die sie wegen ihres
Faibles hatte war schlagartig weg. Später versuchte sie dann sich darüber
klar zu werden, wie es zu allem gekommen war, denn eine nachvollziehbare
Lösung wurde nicht angeboten. Je
intensiver sie sich damit beschäftigte, desto mehr aus der kindlichen
Vergangenheit fiel ihr ein. Unter anderem eine Situation die sie als
Schlüsselerlebnis ausmachte. Zu
Besuch bei ihrer Tante auf dem Land spielte sie an einem regnerischen
Tag mit Ihren Cousins und Cousine in dem Haus verstecken. Sie schlich
durch den Flur, ein Cousin war derjenige welcher die anderen suchen
musste. Als sie ihn auf der Treppe hörte schlüpfte sie schnell in eine
Kammer unter der Treppe. Sie bekam die Tür gerade noch zu, bevor er sie
sehen konnte. Den Atem anhaltend stand sie in der dunklen Kammer. Ihr
Cousin stand draußen im Flur, sie wagte sich nicht zu regen. Als sie
wieder Luft holen musste, vernahm sie einen eigentümlichen Geruch,
etwas kaltes hing hinter ihr, sie griff danach und spürte das Gummi
eines alten Kleppermantels, vor ihr an der Tür der Kammer hing. Eine
große Waschschürze auch aus Gummi und auf dem Boden standen
Gummistiefel. Sie schauderte und wäre am liebsten wieder aus dem
Schrank gesprungen, aber dann wäre sie ihrem Cousin in die Arme
gelaufen und sie wollte nicht die Suchende spielen. Also hielt sie es in
der Kammer aus. Die stickige Luft und der starke Geruch von Gummi
machten es ihr schier unerträglich. Sie fing an zu schwitzen, vor
Furcht und doch gleichzeitig vor Erregung, denn an diesem Platz schien
sie sicher vor ihrem Cousin. Sie hielt durch und wurde nicht entdeckt,
als schon alle anderen gefunden waren. Aus dem negativen Gefühl, das
die Kammer mit ihren Gegenständen verursacht hatte war ein Glücksgefühl
geworden, das der Siegerin. Sie versuchten heraus zu bekommen, wo Sie
sich versteckt hatte, aber sie sagte es niemand und machte während des
Urlaubs noch öfter von dem Versteck Gebrauch und war ebenso oft die
Gewinnerin. Nachdem Sie die Angst vor dem Gummizeug überwunden hatte,
gewöhnte sie sich daran und genoss es sogar, da ihr der Raum den
perfekten Schutz vor dem Auffinden bot. Einmal sogar war sie dem
Auffinden entgangen, indem sie in die viel zu großen Gummistiefel
geschlüpft war und ihren Körper unter dem langen Kleppermantel
verborgen hatte, was sie jedoch bald in Atemnot brachte. Gerade als sie
wieder heraus schlüpfen wollte, öffnete sich die Tür. Sie hielt den
Atem an, war starr vor Schreck und rührte sich nicht. Wo steckt die bloß? hörte sie ihren Cousin sagen. Sie spürte
wie der Schweiß über ihr Gesicht rann. Als er die Tür wieder
geschlossen hatte, presste sie ihren angehaltenen Atem heraus und
versuchte frische Luft anzusaugen, sie bekam zwar ein paar Quäntchen,
aber dann saugte sich der Kleppermantel um ihr Gesicht. Voller Panik
versuchte sie aus der Gummihülle zu kommen, was ihr jedoch nur mit Mühe
gelang. Sie glaubte schon ersticken zu müssen, bis es ihr endlich
gelang. Diese Panik erschien später in ihren Träumen und sie bewältigte
sie, ja fand sogar etwas erregendes daran. Die Neugier ließ sie dann
doch wieder dieses Versteck aufsuchen. Die
Urlaube bei der Tante waren über lange Zeit hinweg die schönsten Tage
des Jahres. Mit ihren 3 kleinen Verwandten war der ganze Tag ein
einziges Spiel und es war nie langweilig. Als sie ca. 12 Jahre alt war,
die Zeit des Versteckspielens war schon lange vorbei, sah sie bei einem
Besuch wieder in die Kammer und war richtig enttäuscht, dass darin
aufgeräumt worden war und die Gummisachen Lebensmitteln hatten weichen
müssen. Sie ertappte sich, wie sie immer, wenn sie in das Haus ihrer
Tante kam, nach den Sachen suchte sie aber nicht mehr fand. Wieso sie
diesen Wunsch hatte wusste sie aber nicht. Mit
25 trug sie mit Vorliebe einen Totalanzug mit Haube und Handschuhen,
einige Jahre vorher hatte sich auch noch ein Faible für Gasmasken und
andere Hauben entwickelt, die sie bis auf einen Atemschlauch von der
Umwelt abschlossen. Lange
hatte sie sich gefragt wie es zu dieser auch für sie etwas
absonderlichen Neigung gekommen war, aber bei ihrem Nachdenken über die
Kindheitserfahrungen war sie auf eine mögliche Ursache gestoßen: Die
Taucher. Taucher tragen Masken, Taucher tragen Schnorchel in ihrem Mund
und atmen über einen Luftschlauch. Sie sind vollkommen autonom solange
Luft in ihren Flaschen ist und haben je nach Art des Anzuges keinerlei
Verbindung zur Außenwelt. Hier waren alle Elemente vorhanden die sie
nun mit Gasmasken oder anderen Hauben und ihrem Ganzanzug umsetzte. An
eine Szene in einer Fernsehserie die in den sechziger Jahren lief
erinnerte sie sich noch. Einer der Taucher hatte einen Unfall gehabt und
wurde dann in eine Dekompressionstonne eingeschlossen. Klein wie ihr
Schiff, war auch diese Tonne, es war gerade genug Platz in dem
Metallding für einen Mann. Es hatte sie damals erschreckt, und um
nichts in der Welt hätte sie sich vorstellen können mit ihm zu
tauschen, aber später kam er erholt und wieder in Ordnung aus dem Ding
heraus. Schon früher hatte sie die Erinnerung an diese Szene
gleichzeitig erschreckt und erregt. Heute erregte es sie nur noch, wenn
ihr auch ein Schauer über den Rücken lief, aber irgendwie war der
Wunsch da, auch dies umzusetzen. Gierig
ging sie jeder neuen Erfahrung nach und versuchte sich daran. Es gibt viele Theorien, und eine stirbt nicht aus. "Zurück zum Mutterleib", war schon oft die Überschrift über einschlägigen Artikeln. Sicher es wird etwas daran sein, dachte sie aber andererseits glaube sie, dass dieser Wunsch ich in jedem Mensch tief verwurzelt ist, zumindest im Unbewussten. Dies jedoch als Pauschalaussage gerade für Gummiliebhaber zu machen hielt sie für übertrieben. Manches spricht für sich, die vollkommene Umhüllung, der Nabelschlauch als einzige Verbindung nach außen, die absolute Geborgenheit, aber es wäre zu klären inwiefern ein Fötus in der Lage ist, derart konkrete Erfahrungen wahrzunehmen. Es wäre eine Erklärung aber mit Sicherheit nicht die einzige. Sylvie
legte ihr Tagebuch aus der Hand. Jahre waren vergangen seid diesem
Eintrag. Sie schaute auf die Uhr. 20.15. Na
der kann was erleben, sagte sie zu sich selbst und erhob sich. Eine
Stunde hatte er schon überzogen. Macht genau vier Einheiten und die nächste
Einheit kommt jetzt hinzu. Sie
ging in ihr Spielzimmer und öffnete den Schrank. Auf dem mit glänzendem
schwarzen Lackmaterial bedeckten Bett lag die Überraschung. Sie war
heute mit der Post gekommen. Sylvie räumte sie jedoch weg. Er sollte
erst noch ein paar andere Lektionen erfahren. Die Utensilien richtete
sie in die dafür vorgesehene frei Schublade. ---------- Langsam
wird es unangenehm. Anscheinend habe ich doch etwas übertrieben. Meine
Hände schlafen ein und die Kiefermuskeln schmerzen. Hoffentlich ist ihr
nichts dazwischen gekommen. Oh Gott bin ich blöd, wie viele Tage würde
es dauern bis sie mich finden? Sind
das ihre Schritte im Treppenhaus? Ah, das Türschloss - endlich. Was
kommt in den nächsten Minuten? Ihre Absätze klackern über die
Holzdielen im Flur, jetzt legt sie den Schlüsselbund ab und hängt den
Mantel an die Garderobe. „Sabine
!?“ Sieht
sie den Brief auf dem Boden nicht? Wieso dauert das so lang? Jetzt geht
sie ins Wohnzimmer. „Ach
du meine Güte!“ Kommt
sie jetzt so wie sie ist ins Schlafzimmer oder hält sie sich an meinen
Wunsch? Reißverschlüsse,
- sie hält sich daran. Ich könnte platzen vor Spannung. Wenn ich nur
sehen könnte wie sie sich anzieht. Das waren die Stiefel, der Gürtel? Sie
kommt. Das Licht geht an, warum habe ich nur diese Augenbinde umgelegt.
Ich kann sie nicht sehen. „Mein lieber Schwan, habe ich doch recht gehabt, aber so?“ Ich
brumme etwas in meinen Knebel. Aber sie wird es nicht verstehen können. „Glaube
bloß nicht, dass ich es nicht geahnt habe.“ Was
soll ich sagen, was meint sie damit? Sie kommt näher. Sie setzt sich
auf das Bett. Das Leder reibt aneinander. Ihre Hand streichelt mich. Hat
sie es verstanden? „Fühlst
du dich wohl so?“ Gott
was für eine Frage. Wie lange habe ich davon geträumt und nun ist es
wahr geworden, hoffentlich verliere ich sie nicht. Macht sie es an was
sie sieht? Gefalle ich ihr so hilflos? Sie
streichelt meinen Busen. Ich bin so scharf! ----------
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